Ein typischer Tag im Slow Mobil

Das Slow Mobil

8:00 h – Frühmorgens treffen zwei Mitarbeiterinnen des Slow Mobil auf dem Schulhof der Anne-Frank-Schule in Freiburg ein und schließen das dort wartende Slow Mobil auf. Während die Kinder der Grundschule langsam in der Schule eintrudeln, sind die beiden bereits fleißig dabei, alles Notwendige für die acht Schüler vorzubereiten. Die Spülmaschine wird ausgeräumt, die Kochmützen und Schürzen werden bereitgelegt und die Rezepte für den heutigen Vormittag noch einmal angeschaut.

8:30 h – Schon steht die kleine Gruppe der Erstklässler wartend mit ihrer Lehrerin vor dem Slow Mobil. „Können wir endlich in das Slow Mobil, wir sind schon soo gespannt!“ ruft der kleine Philipp. „Natürlich gern, hereinspaziert!“ Nach der gemeinsamen Begrüßung schreibt jedes Kind seinen Namen auf seine eigene Kochmütze, zieht sich eine Schürze an und hilft seinem Mitschüler beim Schleifebinden, denn hinterm Rücken ist das ganz schön schwierig. Danach heißt es Händewaschen, denn gleich beginnt das Schnippeln und Kochen.

„Was wollen wir denn heute als Hauptspeise kochen? Kerstin, lies bitte mal vor, was an der Tafel steht.“ „Zucchini-Kracher!? Was ist denn das?“ „Das sind eine Art Kartoffelpuffer. Was brauchen wir denn dafür zum Zubereiten? Wer weiß etwas?“ Darauf kommen viele schnelle Antworten von den Kindern: Kartoffeln, Zucchini, Zwiebeln, Eier, Haferflocken, etc. Aber was sind denn genau Zucchini? Isst man die mit oder ohne Schale? Nachdem zusammen die Zutaten besprochen wurden und einiges über Vitamine und andere wichtige Inhaltsstoffe im Gemüse gelernt wurde, geht es los mit dem Schnippeln – Hurra!

Die Zucchini-Kracher schmecken gut

9:00 h – Es werden Brettchen und Raspeln verteilt, überlegt, wer welches Gemüse schneiden möchte und, wichtig: der Tunnel- und Krallengriff zum Schneiden erklärt, damit kein kleiner Finger zu Schaden kommt. Auf geht’s! Dann ist die Gemüsemischung fertig und die Kinder versammeln sich um den Gasherd, denn alle dürfen mit den beiden Mitarbeiterinnen zusammen ihren eigenen Zucchini-Kracher in der Pfanne braten. Langsam beginnt es im Slow Mobil lecker zu duften, das schnuppern sogar ein paar feine Nasen der Mitschüler, die sich draußen in der Pause um das Slow Mobil auf dem Schulhof neugierig versammelt haben.

9:45 h – Nachdem jeder „Kracher“ gebraten ist und noch eine Joghurtsoße mit frischem Schnittlauch zubereitet wurde, heißt es „Tischdecken“! Und alle helfen mit, die Lisa holt die Teller aus der einen Bank, der Nils verteilt das Besteck mit der Sophie zusammen auf dem Tisch. „Wo kommt nochmal die Gabel hin? Nach links oder rechts? Da gab es doch eine Eselsbrücke!?“ „Kannst du die bitte nochmal an die Tafel schreiben!“ ruft Phillip der einen Slow Mobilistin zu. Als alle zusammen am Tisch sitzen, wünschen sich die Kinder lauthals einen „Guten Appetit“ und lassen sich anschließend die Zucchini-Kracher schmecken. „Hhmm lecker!“.

Zum Anhören des „Schlachtrufs“ hier auf Play klicken!

10:30 h – Pause. Alle kleinen Köche und Köchinnen toben sich nun eine Runde draußen auf dem Schulhof aus, danach wird der Nachtisch zusammen vorbereitet.

Die Quark-Maus ist fertig

10:45 h – Nachdem alle Kinder wieder mit Kochmütze, Schürze und gewaschenen Händen am Tisch im Slow Mobil sitzen, liest Paul laut vor, was zusammen als Nachtisch zubereitet wird. „Das ist aber ein schwieriges Wort! Quuuaaark Moouuussseee …. Ahh, Quark-Maus!“ ruft er freudestrahlend, „Heute gibt es die Quark-Maus mit Früchten zum Nachtisch!“ Eigentlich sollte es eine französische Quarkmousse geben, aber wir machen spontan eine Quark-MAUS daraus, da alle Kinder gerne dieses kleine Tierchen auf ihrem Teller haben möchten.

So wird zusammen überlegt, was man für den Nachtisch alles benötigt und welche Früchte der Saison verwendet werden. Wir brauchen Quark, Schlagsahne, Erdbeeren, Weintrauben und eine Mango. Und zum Schluss erschnuppern die feinen Nasen der Kinder richtig die letzte Zutat: Vanillezucker.

11:00 h – Anschließend wird die Sahne von der starken Bettina mit der Hand in einer großen Schüssel geschlagen, die Zitrone wird ausgepresst und unter den Quark gehoben und von jeder Kinderhand kräftig verrührt. Zusammen schneiden alle die Erdbeeren, Weintrauben und Mango in kleine servierfähige Stückchen und erinnern sich dabei an die gelernten Griffe (Tunnel- und Krallengriff) vom Vormittag.

11:30 h – Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Tisch sauber abgewischt und die kleinen Teller für den Nachtisch verteilt. Nun sitzen alle Kinder gespannt am Tisch und warten darauf, dass alle ihre Quark-Maus kreieren. Jedes Kind bekommt einen Klecks Quark und kann diesen mit den Früchten zu einer Maus garnieren. Die Ergebnisse sind toll und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Köche bekommen ihre Urkunde

11:45 h – Nun wünschen sich alle zusammen einen guten Appetit und lassen sich die kleinen Quark-Maus-Kunstwerke schmecken. Alle Kinderdaumen zeigen nach oben. Ursel fragt beim letzten Löffel ihrer Nachspeise: „Und bekommen wir auch die Rezepte zu den leckeren Gerichten?“ „Aber gern, wir haben die Rezepte der ganzen Woche, die wir hier an der Sonnenscheinschule sind, für euch zusammengestellt. Wir schicke

n diese per Mail an eure Lehrerin mit einem vorbereiteten Deckblatt, so dass ihr alle im Nachhinein euer eigenes Rezeptbuch basteln und mit nach Hause nehmen könnt. Dort könnt ihr mit euren Eltern und Geschw

istern alle Rezepte zusammen ausprobieren.“ „Super, toll, dass freut uns!“ rufen alle Kinder mit strahlenden Augen.

„Wir haben noch eine Überraschung für Euch“ sagt eine der beiden Slow Mobilistinnen. „Da ihr alle so toll und fleißig heute im Slow Mobil mitgeholfen und gekocht habt, bekommt jeder von euch eine Urkunde zum Sternekoch!“ Die Kinder freuen sich darüber und nehmen stolz ihre jeweilige Urkunde entgegen.

12:00 h – Nachdem alle in Ruhe aufgegessen haben und noch einiges am Tisch über die Lieblingsspeisen der kleinen Köche ausgetauscht wurde, räumen die Kinder ihre

Teller selbst in die Geschirrspülmaschine, hängen die Schürzen an den Kleiderhaken, verabschieden sich von den beiden Mitarbeiterinnen und gehen freudig mit ihren Kochmützen und Urkunden in die Klasse zurück. Dort berichten sie ihrer Lehrerin über den ereignisreichen Vormittag im Slow Mobil.

12:15 h – Die beiden Slow Mobilistinnen räumen nun vergnügt das Slow Mobil auf, bereiten alles für den morgigen

Das Ende eines ereignisreichen Tags

Tag vor und schließen die Tür des Slow Mobils mit einem Lächeln zu.

Ein Bericht der Karlsruher Slow Mobilistin Maren Kohl.